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Eines meiner liebsten: "Komm, sagte die Katze"

 

Mira Lobe / Angelika Kaufmann

Komm, sagte die Katze

Es regnete. Es rieselte und rauschte. Es planschte und plätscherte. Die Katze saß oben im Baum. Ringsum war Wasser. "Jetzt ist es genug!" sagte die Katze. "Jetzt soll es aufhören." Aber es hörte nicht auf. Das Wasser schwemmte die Erde weg. "Hilfe!" sagte die Katze. "Mein Baum kippt um!" Sie schlug ihre Krallen in die Zweige und hielt sich fest. Der Baum fiel ins Wasser und fing an zu schwimmen. "jetzt mache ich eine Reise", sagte die Katze. "Und das ganze Schiff gehört mir!"
Auf den Wellen kam ein Holzbottich daher. In dem Bottich saß ein Schwein. "Hilfe!" quiekte das Schwein. "Der Bottich ist halb voll Wasser. Mein Bauch ist schon ganz nass!"

"Komm!" sagte die Katze.

Der Baum schwamm weiter. "Schau, wer da kommt!" sagte die Katze. "Ein Hochwasserhund!" grunzte das Schwein. Der Hund paddelte mit alle vier Pfoten. Er war schon lange im Wasser und müde vom Schwimmen. "Helft mir!" japste der Hund. "Ich kann nicht mehr weiter!"

"Komm!" sagte die Katze

"Jetzt sind wir schon drei!" grunzte das Schwein. "Ich bin gespannt, wer der Nächste ist." Der Nächste war ein Topf mit einem Hahn und einer Henne. Der Topf schaukelte in den Wellen und drehte sich wie ein Kreisel. Die Henne gackerte vor Angst, und der Hahn schlug mit den Flügeln. "Nehmt uns mit!" riefen Hahn und Henne. "Uns ist schon schwindlig vom Schaukeln und Drehen..."

"Kommt!" sagte die Katze

Der Baum schwamm weiter. "Dort kommt schon wieder etwas!" grunzte das Schwein. "Etwas Großes!" krähte der Hahn. "Und etwas Kleines", gackerte die Henne. Das Große war ein Schaf auf einem Traktorreifen. Das Kleine war eine Maus in einem Milchkrug.  "Habt ihr noch Platz?" blökte das Scharf. "Ja", sagte die Katze. "Tust du mir auch nichts?" fragte die maus. "Nein", sagte die Katze. "Kommt nur!"


 

Der Hund schnupperte in der Luft. "Riechst du was?" fragte das Schaf. "Ich rieche ein nasses Kaninchen in einer Schublade!" bellte der Hund. Da kommt es schon", krähte der Huhn. Das Kaninchen zitterte vom Kopf bis zum Schwanz. 

"Komm!" sagte die Katze.

Die Henne trat von einem Fuß auf den anderen. Sie musste heute noch ein Ei legen und hätte gerne ein Nest gehabt.  "Du kommen drei neue!" krähte der Hahn. "Lasst ihr uns auf den Baumstamm?" fragte das Eichhörnchen. "Nehmt ihr uns mit?" fragte der Igel. Der Malwurf fragte nichts und nieste nur. Er hatte sich erkältet.

"Kommt!" sagte die Katze.

Die Fahrt ging immer weiter. "Jetzt kommt keiner mehr!" grunzte das Schwein. "Doch!" sagte die Katze und zeigte aufs Wasser. Da kam einer mit einem roten Fell und einer spitzen Schnauze. "Der nicht!" krähte der Huhn. "Der nicht!" gackerte die Henne erschrocken.  Das Kaninchen zitterte, und der Igel stellte die Stachel auf. "Hier ist kein Platz mehr!" riefen die Tiere und machten sich so breit wie möglich. "Der nicht!"   "Doch! Der auch!" sagte die Katze und half dem Fuchs aus dem Wasser. 
"Sind wir nicht bald da?" fragte die Henne. "Wo denn?" fragte der Huhn. "Auf dem Trockenen", sagte die Henne. "Ich möchte mein Ei legen." "Wir sollen landen", piepste die Maus. "oder wollt ihr die ganze Nacht auf dem Wasser bleiben?" Keiner wollte das. "Also gut, landen wir", sagte die Katze. "Weiß jemand, wie man das macht?"
"Ich weiß es!" sagte der Fuchs. "Wer einen Schwanz hat, soll ihm ins Wasser tauchen und ans Ufer rudern." "Das machen wir", sagten die Tieren und rudelten an Land. Nur die Maus rannte aufgeregt hin und her. Erst als der Baum anstieß, nahmen sie die Schwänze heraus und ließen sie in der Abendsonne trocknen. 

 

Der Fuchs sprang als erster davon. Der Maulwurf grub sich in die Erde. „Lebt wohl“ riefen das Eichhörnchen und der Igel. „Auf dem Hügel steht ein Bauernhaus!“ krähte der Hahn. „Dort möchte ich hin!“, blökte das Schaf. „Ich auch!“, grunzte das Schwein. „Dort finde ich ein Nest für mein Ei!“, gackerte die Henne.  „Und ich einen Stall!“, sagte das Kaninchen.  „Und ich ein Mauseloch!“, piepste die Maus. 
„Kommt!“, sagte die Katze.

  

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