3. Beitrag:   Das Nilpferd  (hippopotamus amphibius)

 

Es gibt 2 Arten des Flusspferdes: Nilpferd und Zwergflusspferd. 
Wir beschäftigen uns hier ausschließlich mit dem erstgenannten.


Verbreitung: Flüsse und Seen

Lebensraum: Afrika südlich der Sahara

In den wasserreichen Gegenden Mittelafrikas ist das Flusspferd zuhause. Mit seinem massigen Körper, der etwa 2,8-4 m lang ist, erreicht es durchschnittlich  eine Schulterhöhe von etwa 1,4m und eine Schwanzlänge von 35-50cm. Mit einem Gewicht von 1,3-2,5 Tonnen ist das Nilpferd nach Elefanten und einigen Nashornarten eines der schwersten Landtiere der Welt. Die größten registrierten Exemplare wogen sogar über 4t.

Männliche Tiere sind erheblich größer als weibliche Tiere gleichen Alters.

Kennzeichnend für das Flusspferd ist die plumpe, fast viereckige Gestalt des Körpers mit dem mächtigen Schädel. Die Augen und Ohren sind klein, die Nasenlöcher hingegen groß und schlitzförmig. Das Flusspferd hat ein riesiges Maul mit besonders mächtigen Eckzähnen, den Hauern, die bis zu 70cm lang und 4 kg schwer sein können. Damit kann es seinen Rivalen Angst einjagen, indem es sein Maul ganz weit aufsperrt und ein fürchterliches Gebrüll anstimmt. Im Kampf, wenn es um die Leitung der Gruppe oder die besten Plätze am Ufer geht, stürmen Flusspferde aufeinander zu und schlagen sich mit seitlichen Kopfdrehungen die Hauer gegenseitig in den Körper. 

Flusspferde leben in Gruppen von etwa 15 Tieren, die von einem Männchen angeführt werden. Flusspferde sind gute Schwimmer. An ihren kurzen, dicken Beinen befinden sich Füße, deren Zehen mit Schwimmhäuten verbunden sind. Einen großen Teil des Tages verbringen sie im Wasser, wo sie auch nach Wasserpflanzen tauchen. Sie können bis zu sechs Minuten unter Wasser bleiben. Will das Tier atmen, braucht es nur den Kopf ein wenig aus dem Wasser heben, denn Nasenlöcher sowie Augen und Ohren liegen erhöht in einer Ebene. Neben Wasserpflanzen ernährt sich das Flusspferd auch von Gräsern und Früchten, die es an Land findet. 

Wenn ein männliches Nilpferd neben einem weiblichen Nilpferd gähnt, ist das ein Teil der Brautwerbung und als Zeichen der Zuneigung zu verstehen. Das "zur Schau stellen" des mächtigen Kiefers signalisiert der Partnerin Potenz und Paarungsbereitschaft.  
Die jungen Flusspferde werden im Wasser geboren. Hier findet zuvor auch die Paarung statt. Nach einer Tragzeit von 230-240 Tagen kommt das Junge im flachen Wasser zur Welt. Es wird etwa ein Jahr lang gesäugt.

Liegen Flusspferde zum Ruhen oder Sonnen am Ufer, kommen kleine starenähnliche Madenhacker und Kuhreiher, um die fast unbehaarte Haut der Flusspferde von Egeln, Zecken usw. zu befreien.
Nilpferde besitzen keine Schweißdrüsen, sondern haben Drüsen unter der Haut, die eine ölige, rosafarbene Flüssigkeit absondern. Dieses Sekret schützt die Haut vor Sonnenbrand und möglicherweise vor Infektionen.

Nach Sonnenuntergang verlassen Flusspferde die Seen und Flüsse, in denen sie sich tagsüber aufhalten, und grasen bis zum Morgengrauen auf den umliegenden Wiesen.
Flusspferde fressen das Gras so kurz, dass ein Grasfeuer nicht über die Stellen springen kann, die zuvor von ihnen abgefressen wurden.

Auch der Lebensraum des Nilpferdes wird mehr und mehr vom Menschen eingeschränkt, auch weil es wegen seines Fleisches, seiner Haut und seiner Zähne (elfenbeinähnlich) eine begehrte Jagdbeute ist. Die Spezies kommt in unterschiedlicher Anzahl in 39 Ländern vor, doch fast überall geht der Bestand zurück oder stagniert bestenfalls. Der Gesamtbestand wird auf mindestens 160 000 Nilpferde geschätzt, von denen die meisten im Osten und Süden Afrikas leben.

Aus: „Die Säugetiere“ (glasklar bookware)  und  "Das Guinessbuch der Tierrekorde" 

 

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